Schlossberg Usedom (Stadt), Gedenkkreuz 1928 im Gedenken an den Ständetag von Pfingsten 1128. Der Pommernapostel: "Gott will nicht erzwungenen sondern freien Dienst".



Bischof Otto begegnet Wratislaus, dem Fürsten der Pommern, der 1124 bereits getauft war.
Um 1060 wurde Otto als Sohn schwäbischer Edelfreier geboren. Als junger Mann soll er bald nach seiner Schulausbildung beim Schulbau in Polen mitgewirkt haben und auch dort zum Priester geweiht worden sein. Während seines jungen Lebens tobte der Investiturstreit, begründet in der Rivalität zwischen Kaiser und Papst, wenn neue Äbte und Bischöfe zu berufen und einzusetzen waren. "Der Gang nach Canossa" 1077 gilt als Meilenstein, da Kaiser Heinrich IV. Papst Gregor VII. dort begegnen konnte, es kam aber nicht zu einer dauerhaften Verständigung, der Frieden war brüchig. Kaiser Heinrich IV. besonderer Plan war der Umbau des Doms von Speyer zur größten damailgen Kirche der Welt, der aber lange scheiterte, weil die Gewerke nicht richtig zu organisieren waren. Schließlich wurde Otto mit der Organisation der Gewerke beauftragen, was Anfang des 12. Jahrhunderts gelang. 1102 wurde Otto Bischof con Bamberg. Er war klug und bemühte sich um den päpstlichen Segen, den er 1106 durch Paschalis II. in Rom empfing. Lange noch galt der Investiturstreit nicht beigelegt.


Am 23. September 1122 aber gelang Otto von Bamberg als Hauptakteur in Worms die Vermittlung des Vertrags: das Wormser Konkordat. Wieder zeigte sich die Umsicht des Bischofs, der im November 1122 die Bischöfe und Fürsten des Reiches nach Bamberg einlud, um ihnen die Rechte und Pflichten durch das Konkordat plausibel zu machen. Das schien auch den polnischen Herzog zu überzeugen, der zwei Kriege gegen die von ihm nördlich gelegenen Pommern siegreich für sich entscheiden konnte aber Probleme der Verständigung mit den noch heidnischen Pommern hatte. So bat er 1123 durch seine Deligation in Bamberg Bischof Otto, die Pommern zu christianisieren und zu befähigen, ihre Tribute zu entrichten. Hier hörte Bischof Otto klar Gottes Stimme, widmete sich sofort als 63jähriger kanz dieser Aufgabe und organisierte seine erste Reise.


Im Juni 1124 verkündete Bischof Otto von Bamberg der Stadt- und Landbevölkerung um Pyritz das Evangelium. Die Erstlingsfrucht dieser Tage war die Taufe von 7.000 Menschen. Schnell zog der Pommernapostel mit seinen Priestern weiter östlich der Oder an der Ostseeküste und weiter bis Belgard, ehe er 1125 wieder in Bamberg eintraf. Die vielen Unerreichten westlich der Oder ließen ihm keine Ruhe, so dass er 1128 erneut nach Pommern aufbrach und westlich der Oder wirkte. In den beiden Wochen nach Pfingsten begegnete er den von Fürst Wratislaus zusammengerufenen Ständen auf der Insel Usedom, verkündete ihnen das Evangelium und taufte etwa 22.000 Menschen. .....
Bei der Christianisierung Pommerns 1124/25 und 1128 und auch in der Mission in anderen Regionen hat Otto sechs Bereiche priorisiert, durch die er dem Land eine bleibende christliche Struktur geben wollte:

1. Geistliche Zentren,
2. Musik und Kultur,
3. Landwirtschaft,
4. Heilkunde,
5. Pädagogik sowie
6. Städtebau.


Unserem Pommernapostel Bischof Otto von Bamberg hat in seiner Verkündigung die großen christlichen Feste wie Weihnachten, Ostern, den Sonntag und Pfingsten verkündet. Wenn sich die Menschen für die Taufe geöffnet haben, verlangte er drei Dinge: 1. die Abkehr von den Götzen, 2. die Achtung vor dem menschlichen Leben, damals besonders dem der neugeborenen Mädchen und 3. die Entscheidung, dass ein Mann mit einer Frau zusammenlebt. Dann ist es ihm auch sehr wichtig gewesen, dass nach der Taufe das christliche Bekenntnis sich im täglichen Leben – an den Festtagen und im Alltag – vollzieht und durchsetzt.
Es scheint, dass erst durch die 5 großen Solis des 16., 17. und 18. Jahrhunderts mit

„Solus Christus“ (Allein Christus),
„Sola Gratia“ (Allein die Gnade),
„Sola Fide“ (Allein der Glaube),
„Sola Scriptura“ (Allein die Schrift – die gesamte Bibel: Altes und Neues Testament) und nicht zuletzt
„Soli Deo Gloria“ (Allein zur Ehre Gottes), wie es J.S. BACH immer wieder in den Blick genommen hat.

gelungen ist, dieses Anliegen umzusetzen. So kann Ottos Ansatz umfassend fundiert worden sein und auch heute für uns darstellbar sein.